Aktuelles

Tag der Geschichtswerkstätten am 29. September 2019

13:00 – 14:45 – Offenes Archiv 
Gespräche bei Kaffee, Tee und Keksen inklusive Vorstellung unserer neuesten Publikation ‚Der Eppendorfer Weg‘, eine Kurzbeschreibung der Geschichte dieser Straße.

15:00 – 15:30 – Kleine Führung durch unser neues Haus
Hinter der Gründerzeitfassade des ehemaligen Krankenhauses Bethanien ist ein Neubaukomplex entstanden für Soziales, Kultur, Geschichte und Wohnen, alles unter einem Dach! Treff: Martinistraße 44a

16:00 – 16:45 – Borchert – Lesung im unterirdischen Röhrenbunker Tarpenbekstraße
Dieser Ort ist einer der wichtigsten Stimmen der Nachkriegszeit gewidmet, dem Schriftsteller Wolfgang Borchert, der nur ein kurzes Stück entfernt geboren wurde und seine Kindheit und Jugend in Eppendorf verbrachte. Treff: Tarpenbekstraße 68, Hinweis: Der Bunker ist nicht barrierefrei.

kontakt@geschichtswerkstatt-eppendorf.de

Teilnahme für alle Programmpunkte frei

Wir sind umgezogen!

Sie finden uns jetzt in der Martinistraße 44a im Zentrum martini44

Wir heißen jetzt Geschichtswerkstatt Eppendorf und freuen uns auf ihren Besuch.

Unsere Telefonnummer lautet: 780 50 40 30

Unsere Email-Adresse: kontakt@geschichtswerkstatt-eppendorf.de

 

Liebe Mitglieder und Freund*innen der Geschichtswerkstatt,

Im Februar 2019 ist das Stadtteilarchiv Eppendorf in das ehemalige Krankenhaus Bethanien gezogen, in das Zentrum martini44 . Hinter der historischen Fassade entstand ein sozial-kulturelles Zentrum:

Kultur, Bildung, Beratung, Begegnung, Betreuung und Pflege -alles unter einem Dach. Außerdem gibt es im Gebäude und auf dem Grundstück insgesamt 82 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Bauherr ist die Wohnungsbaugenossenschaft Bauverein der Elbgemeinden (BVE).

Vor diesem Hintergrund haben sich die Vorstände von Kulturhaus Eppendorf, Stadtteilarchiv Eppendorf und MARTINIerLEBEN Gedanken gemacht über ein neues Kooperationsmodell. Die leitenden Fragen lauteten: Wie können wir praktikable und einfache Strukturen schaffen? Wie können wir Verwaltungsaufgaben reduzieren, um mehr Zeit für die inhaltlichen Dinge zu haben? Wie können wir mittelfristig den Staffelstab weitergeben? Einige MitarbeiterInnen gehen in den nächsten Jahren in Rente und die Vorstandsmitglieder sind auch nicht mehr die Jüngsten. Die Zusammenarbeit der drei Vereine ist schon seit Jahren eng – inhaltlich, personell und organisatorisch. Es gibt inhaltliche Unterschiede der Vereinsprofile, aber auch Überlappungen. Einige Veranstaltungen und Formate werden in Kooperation durchgeführt-z.B. die Woche des Gedenkens (Stadtteilarchiv und Kulturhaus), oder Singen für Jung und Alt (MARTINIerLEBEN und Kulturhaus).

Als Ergebnis dieses Prozesses haben die Vorstände ihren Mitgliedern einen Zusammenschluss vorgeschlagen im Rahmen einer „Verschmelzung“. Das bedeutet, dass der Verein Stadtteilarchiv Eppendorf und der Verein Martinierleben aufgenommen werden in den Verein Kulturhaus Eppendorf.

Der „Gesamt-Verein“ hat dafür die Satzung erweitert und gliedert sich jetzt in drei Bereiche (Kultur, Geschichte, Gemeinwesenarbeit). Er wurde umbenannt in Eppendorfer Soziokultur e.V.

Die Angebote der drei Vereine werden dabei als eigene Marken weitergeführt wie bisher. Uns erscheint dieses Modell gut geeignet, um mehrere Vorteile zu erzielen. Wir können Synergien erzeugen durch gemeinsame Verwaltung aller Arbeitsbereiche. Die Vereinsebene wird einfacher, d.h. es muss nicht alles dreimal gemacht werden (Buchführung, Vorstandsarbeit, Kassenprüfung, Mitglieder, Berichte, Protokolle u.a.).

Das Fundraising wird durch die größere Einheit leichter. Wir haben im Vorfeld mit den Zuwendungsgebern (Bezirksamt Hamburg-Nord und Kulturbehörde Hamburg) gesprochen, um zu erfahren, ob etwas gegen eine neue Trägerstruktur spricht. Dies ist nicht der Fall. Die Zuwendungen werden weiter laufen, müssen jedoch getrennt verbucht und abgerechnet werden.

Das Stadtteilarchiv Eppendorf hat sich im Rahmen dieser Veränderungen, bzw. des Umzuges umbenannt in „Geschichtswerkstatt Eppendorf“. Ansonsten bleibt die bewährte Arbeit unverändert und wir hoffen, dass Sie uns auch weiterhin treu bleiben.

Die Mitgliederversammlungen der drei Vereine haben der Verschmelzung zugestimmt.


Das neue Buch von Gerd Stange ist in der Kunstklinik und in der Geschichtswerkstatt Eppendorf erhältlich

Nach meinen Büchern „Ein Gartenstück für Rosa Luxemburg“, „weitergraben“ und „Verhörzelle -und andere antifaschistische Mahnmale in Hamburg“ scheint es mir notwendig, die Reihe mit diesem Büchlein fortzusetzen. „Klaviere statt Waffen“ soll zum Umdenken anregen, in einer Welt die am Abgrund steht mit Kriegen und Elend und einer wachsenden Waffenproduktion.

Das erste Kapitel schildert die Flucht mit meiner Familie 1957 aus Barby /Elbe in der ehemaligen DDR nach Hamburg. Im Westen angekommen plumpste ich mit 3 Jahren vom Hausboot meines Großvaters in die Dove Elbe. Die Flucht und das traumatische Erlebnis beinahe zu ertrinken bedeuteten schon in frühen Jahren eine Art Bruch – mit Konsequenzen für mein weiteres Leben. Erzählungen aus meiner Kindheit und Jugend folgen und zeigen, welch große Rolle stets die Musik in meinem Leben spielte.

Zudem enthält das Buch ein Interview zur Entstehungsgeschichte meines Nachdenkmals in Hamburg-Groß Borstel von 2007 sowie einen kunstwissenschaftlichen Text über mein Bild „Tschernobyl-Totentanz“. Zahlreiche Abbildungen zeigen meine malerische Auseinandersetzung mit den Themen Musik und Klavier. Meine Mahnmale sind künstlerischer Widerstand gegen Faschismus und Krieg.

Meine Leidenschaft gilt dem Klavier. Das Klavier bestimmt den grössten Teil meines Lebens. Wenn du spielst kannst du Farben sehen und Bilder malen. Man kann Töne collagieren. Wenn ich ein Klavier stimme und intoniere, ist es eine Art Meditation – man stimmt sich quasi selbst. Das schafft mir die notwendige Balance, bedeutet Heilung. In dem Klaviergeschäft, in dem ich arbeite, fördern wir junge und ältere Pianisten aus aller Welt und organisieren Veranstaltungen. Wir stellen Raum und Flügel. Gern benutze ich aber auch selbst unsere Bühne, spiele am Klavier, lese Texte oder performe. Hamburg, wenn du Dir die Elbphilharmonie leisten kannst, muss auch mehr für die Förderung und Integration von Absolventen der Musikhochschulen getan und für Nachwuchs an den Schulen gesorgt werden. Auch die Clubs stöhnen und andere Spielorte benötigen dringend Sanierungen und brauchbare Instrumente.

In einer Welt, in der die Menschen und die Politik zunehmend auf Profit setzen, fordere ich: Klaviere statt Waffen!


Zum Tod von Esther Bauer

Esther Bauer wurde 1924 in Hamburg als Tochter von Dr. Alberto Jonas und Dr. Marie-Anna Jonas geboren. Ihr Vater war Direktor der Israelitischen Töchterschule in der Carolinenstraße, seine Frau, nach der 2009 der Marie Jonas-Platz in Eppendorf benannt wurde, arbeitete dort als Schulärztin. 1925 zog die Familie in den Woldsenweg Nummer 5 in Eppendorf. Mitte der 1930er Jahre fasste Esther eine Emigration nach Palästina ins Auge und nahm an Kursen ihrer Mutter teil, die Jugendliche in Berufslehrgängen zur Auswanderung vorbereitete. Ihre Emigration aber scheiterte. Im Frühjahr 1942 musste Familie Jonas die Wohnung am Woldsenweg 5 verlassen und ein Zimmer in einem „Judenhaus“ am Laufgraben 37 beziehen. Im Juli 1942 wurde die Familie nach Theresienstadt deportiert, wo Esthers Vater nach wenigen Wochen starb. Esther und ihre Mutter wurden weiter nach Auschwitz deportiert, wo Marie Jonas ermordet wurde. Esther überlebte als einzige der Familie und wurde in Mauthausen befreit. Sie siedelte nach New York über, heiratete und bekam einen Sohn. Hamburg und Eppendorf blieb sie ihr Leben lang sehr verbunden. In vielen Veranstaltungen in Schulen in den USA und in Deutschland, unter anderem auch im Stadtteilarchiv und Kulturhaus Eppendorf berichtete sie in ihrer offenen Art über ihr Leben. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und Protagonistin des Schultheater-Projektes „Esther Leben“ sowie des preisgekrönten Dokumentarfilms „Einfach Esther“.

Sie war eine großartige Persönlichkeit, offen, zugewandt, warmherzig, engagiert und lebenslustig, die mit großem Engagement gegen Rassismus und für eine lebenswerte, menschliche Zukunft kämpfte.

Wir werden sie sehr vermissen

Die Mitarbeiter des Kulturhauses und des Stadtteilarchivs Eppendorf