Aktuelles

Liebe Freund*innen der Geschichtswerkstatt Eppendorf

Ab dem 2. November gehen auch wir in den Lockdown light.

Wir arbeiten abwechselnd in der Geschichtswerkstatt und im Homeoffice.

Wir lesen Ihre E-mails und hören regelmäßig den Anrufbeantworter ab.

Das Büro ist nicht wie sonst Montags von 14 -18 Uhr geöffnet. Sie können uns gern besuchen, wir bitten aber um Ihre Anmeldung.

Kommen Sie gut durch die Zeit, bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

von Sabine Maurer und Maria Koser

……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

 

Unter Eppendorfs Straßen befindet sich ein Röhrenbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde er vielfältig genutzt – vom Jazzkeller bis zur „Kunsthalle“. Die Unterwelt lässt sich noch heute an bestimmten Tagen entdecken.

Ein Bericht von Catalina Langer

Ein nasskalter Morgen in Eppendorf. Die stark befahrene Bundesstraße 433 an der Kreuzung Tarpenbekstraße/Lokstedter Weg sorgt für ein monotones Rauschen im Hintergrund. Zwischen Fahrradweg und Parkplätzen ist eine rechteckige Metallabdeckung auf dem Boden zu sehen. Ein verrostetes Geländer umzäunt die Abdeckung. Eine schlichte Tafel weist neben der Metallklappe auf den Bunker hin, der sich hier unter der Erde befindet.

Unter der Abdeckung verbirgt sich eine Treppe, die in einen alten Röhrenbunker führt. Sabine Maurer von der Geschichtswerkstatt Eppendorf öffnet das große Schloss von der Metallabdeckung und schiebt sie mit einem großen Schwung zurück.

 

Treppe zum Bunker Foto: Catalina Langer

Am unteren Ende der Treppe steht eine Metalltür offen. Die grüne Farbe sieht man nur noch an ein paar Stellen, da der Rost fast die gesamte Tür befallen hat. „An dieser Tür stand der Bunkerwart und hat die Menschen gezählt. Es durften nur 100 Leute in den Bunker“, sagt Sabine Maurer. Von dem Vorraum gehen zwei Röhren ab. In den Röhren durften jeweils nur 50 Personen während eines Bombenalarms warten. „Der Bunkerwart musste immer genau gucken, wie viele Leute schon drinnen waren. Sie hatten ja auch Kinder, Koffer und andere Habseligkeiten dabei.“

Eingangstür vom Bunker. Foto: Catalina Langer

Die Luft im Bunker ist feuchtkalt. Die Lampen an den niedrigen Decken leuchten die kargen Röhren aus. Niedrige Decken lassen den Bunker noch kleiner wirken. Die Vorstellung, mehrere Stunden mit hundert Menschen auf diesem kleinen Raum zu verbringen, löst ein beklemmendes Gefühl aus. Während oben Bomben einschlugen und der Strom ausfiel, durften die Menschen nur im äußersten Notfall die Röhren verlassen. Leuchtstreifen an den Wänden sorgten für ein wenig Licht und Orientierung. Toiletten gab es nicht, nur eine Art Plumpsklo am Ende der Röhre.

Röhre mit Sitzbänken. Foto: Catalina Langer

Belüftungsschacht im Röhrenbunker. Foto: Catalina Langer

Der Luftschutzbunker wurde im Sommer 1940 gebaut und noch im Oktober desselben Jahres eröffnet. Die Röhren, in denen die Menschen während eines Bombenalarms Schutz suchten, liegen parallel nebeneinander und sind aus Beton. Zum Sitzen standen in beiden Röhren einfache Holzbänke. Strom gab es auch, aber durch die Bomben war die Versorgung damit nicht sehr zuverlässig. Zum Übernachten war der Bunker nicht vorgesehen: „Bei längerem Bombenalarm haben die Menschen die Nächte in ihren Kellern verbracht. Der Röhrenbunker war für Passanten gedacht, die sich bei Alarm in der Nähe aufhielten“, sagt Sabine Maurer. Da die Altbauhäuser in Eppendorf sehr stabil sind und die Keller mit Eisentüren gesichert waren, hätten Anwohner die Nächte bei Bombengefahr in den eigenen Schutzräumen verbracht.

Tür zum Notausstieg Foto: Catalina Langer

Vom „Plünnhöker“ bis zum Jazzkeller

Damit Besucher ein authentisches Bunkererlebnis haben, hat die Geschichtswerkstatt Eppendorf den Orginialzustand bewahrt. Am Tag des offenen Denkmals oder am Tag der Geschichtswerkstätten ist der Bunker geöffnet und kostenlos zu besichtigen. (Außer in Corona-Zeiten, da hier der Mindestabstand nicht gewahrt werden kann) Die Geschichtswerkstatt, seit 1995 Träger, bietet auch Führungen an. Bevor der Verein aus Eppendorf die Trägerschaft für den Bunker übernahm, wurde das Eppendorfer Mahnmal unterschiedlich genutzt. Nach dem Krieg diente der Röhrenbunker als „Plünnhöker“: Es wurden Waren getauscht. Von Kohle über Klamotten bis Geld gab es alles. Der Altwarenhändler benutzte bis ca. 1956 beide Röhren als Lager und Verkaufsfläche. Vier Jahre später wurde aus dem Plünnhöker ein Jazzkeller. Eine Jazztruppe entdeckte den Bunker und nutzte ihn als Übungs- und Partyraum.

Tapetenreste aus der Zeit des Jazzkellers. Foto: Catalina Langer

„Rhythmisch babylonische Wasserskupltur“ des Künstlers Gerd Stange, Foto: Catalina Langer

Ein paar Elemente im Bunker erinnern noch an die Zeit des Jazzkellers. Blaue Tapetenreste hängen am Eingang zur linken Röhre. Im Vorraum sind an den Wänden noch ein paar silberfarbene Tapeten zu sehen. Es gab mehrere Musikbunker in Hamburg, die von der Stadt nicht genehmigt waren. 1962 mussten die Musiker den Bunker verlassen, da er als Reserve für Zivilschutzzwecke im „Kalten Krieg“ bereitstehen sollte. Mehrere Jahre wurde der Röhrenbunker von Bund und Stadt nicht beachtet: Erst 1990 wurde der Stadt Hamburg die Anlage zur Verfügung gestellt. Über die Jahre war viel Wasser in den Bunker gedrungen und der Zustand hatte sich verschlechtert. Um den Bunker vor einer Schließung zu retten, initiierten der Hamburger Autor Michael Batz und der Hamburger Künstler Gerd Stange das Projekt „Subbühne“. Der unterirdische Röhrenbunker ist dem Hamburger Dichter Wolfgang Borchert gewidmet, da sein Geburtshaus nur wenige Meter entfernt in der Tarpenbekstraße 82 liegt. Den Bunker hat er aber nie betreten, da er während des Krieges an der Front war. Nachdem das Projekt „Subbühne“ beendet war, übernahm die Geschichtswerkstatt die Trägerschaft.

„Mahnmal für den Gebrauch“

Der Gedanke „Mahnmal für den Gebrauch“ ist bis heute der Leitsatz für den Röhrenbunker. Am Tag der Geschichtswerkstätten machte Brozilla, der Künstler aus dem Bunker an der Feldstraße, eine Ausstellung im Röhrenbunker. Viele Besucher kamen nach Eppendorf, um sich die unterirdische Kunstinstallationen anzugucken. „Die Installation hat sich auch auf den Krieg bezogen, aber sie war sehr modern. Es war eine sehr kreative und spannende Ausstellung in beiden Röhren.“ In den kahlen Räumen wirken Kunstwerke besonders: Nichts lenkt ab, die Atmosphäre ist ruhig und konzentriert. „Wir versuchen den Bunker umzuwidmen. Wir wollen nicht nur das dramatische Bunkererlebnis haben, sondern auch Kunstaustellungen.“ Kreativität soll im Bunker gelebt werden.

Ausstellung  „What if“ von Brozilla im Bunker, Foto: Geschichtswerkstatt Eppendorf

Der Weg aus dem circa 80 Quadratmeter großen Röhrenbunker ans Tageslicht dauert nur ein paar Sekunden. Schon auf der Treppe sind die Geräusche der Autos und das Treiben auf Eppendorfs Straßen zu hören. Sabine Maurer rollt die schwere Metalltür über die Treppen. Die Stufen zum Bunker verschwinden hinter der Tür. Dass hier unter der Erde ein spannender Ort der Hamburger Geschichte liegt, erkennt man nur auf den zweiten Blick.

Foto: Catalina Langer

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………

Liebe Freund*innen der Geschichtswerkstatt,

Die Kunstklinik  und die Geschichtswerkstatt Eppendorf  sind wieder für Besucher*innen geöffnet.
Die Führungen im Bunker müssen leider bis auf weiteres ausfallen, da wir dort den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht gewähren können.
Für die Rundgänge  bitten wir Sie sich anzumelden, da die Abstände zwischen den einzelnen Personen gewährleistet sein müssen (1,5 Meter), und die Teilnehmer*innen trotzdem alles gut verstehen sollen, ist die Teilnehmerzahl begrenzt.  
 Eine Anmeldung zu den Rundgängen ist daher unbedingt erforderlich! 
Telefon: +49 (0) 40 780 50 40 30
Email: kontakt@geschichtswerkstatt-eppendorf.de
Außerdem bitten wir, den Teilnahmebeitrag passend bereit zu halten. Vielen Dank
Bleiben Sie gesund!
Das Team der Geschichtswerkstatt Eppendorf

KUNSTKLINIK-Unterstützungsaktion

Die Hälfte der Summe ist ein Eintrittsgutschein

Liebe Gäste und Freund*innen,

zur Zeit haben wir aufgrund der Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus notgedrungen geschlossen, so dass wir keine Einnahmen haben, aber natürlich weiter laufende Kosten.

Helft uns, indem Ihr jetzt bei unserer Unterstützungsaktion mitmacht. Es gibt Karten von 10,- bis 200,- Euro. Die Hälfte der Summe ist Eure edle Unterstützung für uns, die andere Hälfte ist ein Gutschein für Veranstaltungen der Kunstklinik und Rundgänge der Geschichtswerkstatt Eppendorf. Dazu gibt es einen warmen Händedruck von uns, sobald das wieder erlaubt ist, und eine Tasse Kaffee bei uns in der Empfangsstation, sobald wir wieder öffnen dürfen – kommt vorbei!

Die Aktion läuft bis zum 31.5.2020, die Gutscheine sind gültig bis Ende 2022.

Die Unterstützung geht an unseren Trägerverein ‚Eppendorfer Soziokultur e.V.‘ mit unseren drei Arbeitsbereichen: KUNSTKLINIK, martini.erleben und Geschichtswerkstatt Eppendorf.

Für diese Aktion sind leider keine Spendenbescheinigungen möglich. Wenn Ihr nur spenden wollt und eine Spendenbescheinigung braucht,, könnt Ihr das auf unserer Homepage direkt über betterplace tun: http://kunstklinik.hamburg/spenden.html

Herzlichen Dank an alle, die uns in dieser schwierigen Zeit beistehen – hoffentlich sehen wir uns bald wieder!

Location

KUNSTKLINIK – Kulturzentrum Eppendorf
Martinistraße 44a
20251 Hamburg
Der Erwerb des Tickets dient allein der Unterstützung des Veranstalters und eine Veranstaltung wird nicht durchgeführt. Der Ticketerwerb führt weder zu einen Anspruch auf eine Gegenleistung des Veranstalters noch auf die Teilnahme an einer Veranstaltung.

Vereinskonto:
Hamburger Sparkasse (BIC HASPDEHHXXX)
IBAN DE79 2005 0550 1208 1104 27

Tickets

schönes Scherflein                10,00 €
flotte Förderung                    20,00 €
zackiger Zuschuss                 30,00 €
halber Hunni                         50,00 €
ordentlicher Obolus            70,00 €
stolze Summe                      100,00 €
gütige Gabe                           150,00 €
heldenhafte Hilfe                200,00 €

inkl. USt. und Versandkosten

Hier können Sie bestellen: https://www.kulturhaus-eppendorf.de
Die Tickets stehen Ihnen unmittelbar nach Absenden der Zahlungsdaten zum Download zur Verfügung und werden Ihnen zusätzlich per E-Mail übersandt.

wir machen eine Veranstaltungspause zunächst bis Ende April. Damit wollen wir dazu beitragen, neue Infektionen mit dem Corona-Virus so gering wie möglich zu halten. Über Nachholtermine informieren wir, sobald neue Planungen möglich sind.

Aufgrund der neuen Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus der Hamburger Gesundheitsbehörde stellen wir den Betrieb bis voraussichtlich 30.4. ganz ein. Den genauen Wortlaut findet Ihr hier.

Bleibt vernünftig und gesund!
Herzliche Grüße
vom Team der Geschichtswerkstatt

Fällt leider aus:

Sonntag, den 26. April 15:00

Veranstaltung im Rahmen der Tage des Exils:

„Aber was wird kommen!“ Flucht aus NS-Deutschland

Auf all jene, die dem nationalsozialistischen Terror entkommen konnten, wartete trotzdem oft eine schwere Zeit. Wie wird das Leben in dem fremden Land sein? Werde ich mich verständigen können? Werde ich Arbeit finden, um den Lebensunterhalt zu sichern? Und was wird aus den in Hamburg zurückgebliebenen Angehörigen? Mitwirkende des Hamburger Stolperstein-Biografienprojekts stellen Menschen vor, die sich im Exil ein neues Leben aufbauen mussten.

Ort: Kunstklinik, Martinistraße 44a, 20251 Hamburg

 

Die Frauenwoche Eppendorf ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Geschichtswerkstatt Eppendorf, der Kunstklinik und martini.erleben – mit freundlicher Unterstützung des Bezirks Hamburg-Nord

Willkommen zur Frauenwoche Eppendorf!
Die Kunstklinik eröffnet die Frauenwoche am 2. März mit der Künstlerin
Hanna Malzahn zum Thema „Frauen in der Kunst“. Und am Abend
lädt die Geschichtswerkstatt zu einer Buchvorstellung ein. Tanja
Breukelchen liest aus ihrem kürzlich erschienenen Buch „Hamburgs
starke Frauen“. Am Dienstag zeigt martini∙erleben im Rahmen der
KAFFEE-ZEIT den Dokumentarfilm „Die Schneiderin von Brünn“, über
eine selbstbestimmte und talentierte Frau. Darüber hinaus gibt es am
Mittwoch ein Theater-Solo über Lucretia Borgia, am Donnerstag eine
Leseperformance zu Gertrude Stein und am Freitag einen jiddischen
Liederabend.
Im Foyer werden Bücher von und über Frauen zu entdecken sein und
dürfen gegen eine Spende mitgenommen werden. Veranstaltungen mit
diesem F-Zeichen sind Frauen allein vorbehalten, zu allen anderen
Veranstaltungen sind alle interessierten Menschen sehr herzlich
eingeladen. Wir freuen uns auf eine F-bewegte Woche mit viel
Gedankenaustausch und Freude.

 

Donnerstag, den 30. Januar, 19:30

 

Im Rahmen der Woche des Gedenkens in Hamburg-Nord: „Sonderghetto Minsk – Film und Gespräch

 

 

Donnerstag, 30. Januar 2020
19:30 Uhr

Der Dokumentarfilm ‚Sonderghetto‘ zeigt die Schicksale der aus dem ‚Deutschen Reich‘ in das Ghetto von Minsk deportierten Jüdinnen und Juden. Das Filmteam aus Belarus spricht mit Zeitzeug*innen und sucht heutige Erinnerungsinitiativen in deutschen und österreichischen Städten auf.
Regie: Ludmila Klintsova, Produktion: Vladimir Bokun, deutsche Untertitel, 52 Min. BY 2018

Im Anschluss an den Film spricht Hanno Billerbeck (Kirchliche Gedenkstättenarbeit an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Minsk-Trostenez-Initiativkreis Hamburg) mit dem Zeitzeugen Michael Rosenberg, der für den Film interviewt wurde. Michael Rosenbergs Mutter wurde 1941 von Hamburg ins Minsker Ghetto deportiert. Kooperation KUNSTKLINIK & Geschichtswerkstatt Eppendorf

Eintritt frei -Spende erbeten

 

Tag der Geschichtswerkstätten am 29. September 2019

13:00 – 14:45 – Offenes Archiv 
Gespräche bei Kaffee, Tee und Keksen inklusive Vorstellung unserer neuesten Publikation ‚Der Eppendorfer Weg‘, eine Kurzbeschreibung der Geschichte dieser Straße.

15:00 – 15:30 – Kleine Führung durch unser neues Haus
Hinter der Gründerzeitfassade des ehemaligen Krankenhauses Bethanien ist ein Neubaukomplex entstanden für Soziales, Kultur, Geschichte und Wohnen, alles unter einem Dach! Treff: Martinistraße 44a

16:00 – 16:45 – Borchert – Lesung im unterirdischen Röhrenbunker Tarpenbekstraße
Dieser Ort ist einer der wichtigsten Stimmen der Nachkriegszeit gewidmet, dem Schriftsteller Wolfgang Borchert, der nur ein kurzes Stück entfernt geboren wurde und seine Kindheit und Jugend in Eppendorf verbrachte. Treff: Tarpenbekstraße 68, Hinweis: Der Bunker ist nicht barrierefrei.

kontakt@geschichtswerkstatt-eppendorf.de

Teilnahme für alle Programmpunkte frei

Wir sind umgezogen!

Sie finden uns jetzt in der Martinistraße 44a im Zentrum martini44

Wir heißen jetzt Geschichtswerkstatt Eppendorf und freuen uns auf ihren Besuch.

Unsere Telefonnummer lautet: 780 50 40 30

Unsere Email-Adresse: kontakt@geschichtswerkstatt-eppendorf.de

 

Liebe Mitglieder und Freund*innen der Geschichtswerkstatt,

Im Februar 2019 ist das Stadtteilarchiv Eppendorf in das ehemalige Krankenhaus Bethanien gezogen, in das Zentrum martini44 . Hinter der historischen Fassade entstand ein sozial-kulturelles Zentrum:

Kultur, Bildung, Beratung, Begegnung, Betreuung und Pflege -alles unter einem Dach. Außerdem gibt es im Gebäude und auf dem Grundstück insgesamt 82 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Bauherr ist die Wohnungsbaugenossenschaft Bauverein der Elbgemeinden (BVE).

Vor diesem Hintergrund haben sich die Vorstände von Kulturhaus Eppendorf, Stadtteilarchiv Eppendorf und MARTINIerLEBEN Gedanken gemacht über ein neues Kooperationsmodell. Die leitenden Fragen lauteten: Wie können wir praktikable und einfache Strukturen schaffen? Wie können wir Verwaltungsaufgaben reduzieren, um mehr Zeit für die inhaltlichen Dinge zu haben? Wie können wir mittelfristig den Staffelstab weitergeben? Einige MitarbeiterInnen gehen in den nächsten Jahren in Rente und die Vorstandsmitglieder sind auch nicht mehr die Jüngsten. Die Zusammenarbeit der drei Vereine ist schon seit Jahren eng – inhaltlich, personell und organisatorisch. Es gibt inhaltliche Unterschiede der Vereinsprofile, aber auch Überlappungen. Einige Veranstaltungen und Formate werden in Kooperation durchgeführt-z.B. die Woche des Gedenkens (Stadtteilarchiv und Kulturhaus), oder Singen für Jung und Alt (MARTINIerLEBEN und Kulturhaus).

Als Ergebnis dieses Prozesses haben die Vorstände ihren Mitgliedern einen Zusammenschluss vorgeschlagen im Rahmen einer „Verschmelzung“. Das bedeutet, dass der Verein Stadtteilarchiv Eppendorf und der Verein Martinierleben aufgenommen werden in den Verein Kulturhaus Eppendorf.

Der „Gesamt-Verein“ hat dafür die Satzung erweitert und gliedert sich jetzt in drei Bereiche (Kultur, Geschichte, Gemeinwesenarbeit). Er wurde umbenannt in Eppendorfer Soziokultur e.V.

Die Angebote der drei Vereine werden dabei als eigene Marken weitergeführt wie bisher. Uns erscheint dieses Modell gut geeignet, um mehrere Vorteile zu erzielen. Wir können Synergien erzeugen durch gemeinsame Verwaltung aller Arbeitsbereiche. Die Vereinsebene wird einfacher, d.h. es muss nicht alles dreimal gemacht werden (Buchführung, Vorstandsarbeit, Kassenprüfung, Mitglieder, Berichte, Protokolle u.a.).

Das Fundraising wird durch die größere Einheit leichter. Wir haben im Vorfeld mit den Zuwendungsgebern (Bezirksamt Hamburg-Nord und Kulturbehörde Hamburg) gesprochen, um zu erfahren, ob etwas gegen eine neue Trägerstruktur spricht. Dies ist nicht der Fall. Die Zuwendungen werden weiter laufen, müssen jedoch getrennt verbucht und abgerechnet werden.

Das Stadtteilarchiv Eppendorf hat sich im Rahmen dieser Veränderungen, bzw. des Umzuges umbenannt in „Geschichtswerkstatt Eppendorf“. Ansonsten bleibt die bewährte Arbeit unverändert und wir hoffen, dass Sie uns auch weiterhin treu bleiben.

Die Mitgliederversammlungen der drei Vereine haben der Verschmelzung zugestimmt.


Das neue Buch von Gerd Stange ist in der Kunstklinik und in der Geschichtswerkstatt Eppendorf erhältlich

Nach meinen Büchern „Ein Gartenstück für Rosa Luxemburg“, „weitergraben“ und „Verhörzelle -und andere antifaschistische Mahnmale in Hamburg“ scheint es mir notwendig, die Reihe mit diesem Büchlein fortzusetzen. „Klaviere statt Waffen“ soll zum Umdenken anregen, in einer Welt die am Abgrund steht mit Kriegen und Elend und einer wachsenden Waffenproduktion.

Das erste Kapitel schildert die Flucht mit meiner Familie 1957 aus Barby /Elbe in der ehemaligen DDR nach Hamburg. Im Westen angekommen plumpste ich mit 3 Jahren vom Hausboot meines Großvaters in die Dove Elbe. Die Flucht und das traumatische Erlebnis beinahe zu ertrinken bedeuteten schon in frühen Jahren eine Art Bruch – mit Konsequenzen für mein weiteres Leben. Erzählungen aus meiner Kindheit und Jugend folgen und zeigen, welch große Rolle stets die Musik in meinem Leben spielte.

Zudem enthält das Buch ein Interview zur Entstehungsgeschichte meines Nachdenkmals in Hamburg-Groß Borstel von 2007 sowie einen kunstwissenschaftlichen Text über mein Bild „Tschernobyl-Totentanz“. Zahlreiche Abbildungen zeigen meine malerische Auseinandersetzung mit den Themen Musik und Klavier. Meine Mahnmale sind künstlerischer Widerstand gegen Faschismus und Krieg.

Meine Leidenschaft gilt dem Klavier. Das Klavier bestimmt den grössten Teil meines Lebens. Wenn du spielst kannst du Farben sehen und Bilder malen. Man kann Töne collagieren. Wenn ich ein Klavier stimme und intoniere, ist es eine Art Meditation – man stimmt sich quasi selbst. Das schafft mir die notwendige Balance, bedeutet Heilung. In dem Klaviergeschäft, in dem ich arbeite, fördern wir junge und ältere Pianisten aus aller Welt und organisieren Veranstaltungen. Wir stellen Raum und Flügel. Gern benutze ich aber auch selbst unsere Bühne, spiele am Klavier, lese Texte oder performe. Hamburg, wenn du Dir die Elbphilharmonie leisten kannst, muss auch mehr für die Förderung und Integration von Absolventen der Musikhochschulen getan und für Nachwuchs an den Schulen gesorgt werden. Auch die Clubs stöhnen und andere Spielorte benötigen dringend Sanierungen und brauchbare Instrumente.

In einer Welt, in der die Menschen und die Politik zunehmend auf Profit setzen, fordere ich: Klaviere statt Waffen!


Zum Tod von Esther Bauer

Esther Bauer wurde 1924 in Hamburg als Tochter von Dr. Alberto Jonas und Dr. Marie-Anna Jonas geboren. Ihr Vater war Direktor der Israelitischen Töchterschule in der Carolinenstraße, seine Frau, nach der 2009 der Marie Jonas-Platz in Eppendorf benannt wurde, arbeitete dort als Schulärztin. 1925 zog die Familie in den Woldsenweg Nummer 5 in Eppendorf. Mitte der 1930er Jahre fasste Esther eine Emigration nach Palästina ins Auge und nahm an Kursen ihrer Mutter teil, die Jugendliche in Berufslehrgängen zur Auswanderung vorbereitete. Ihre Emigration aber scheiterte. Im Frühjahr 1942 musste Familie Jonas die Wohnung am Woldsenweg 5 verlassen und ein Zimmer in einem „Judenhaus“ am Laufgraben 37 beziehen. Im Juli 1942 wurde die Familie nach Theresienstadt deportiert, wo Esthers Vater nach wenigen Wochen starb. Esther und ihre Mutter wurden weiter nach Auschwitz deportiert, wo Marie Jonas ermordet wurde. Esther überlebte als einzige der Familie und wurde in Mauthausen befreit. Sie siedelte nach New York über, heiratete und bekam einen Sohn. Hamburg und Eppendorf blieb sie ihr Leben lang sehr verbunden. In vielen Veranstaltungen in Schulen in den USA und in Deutschland, unter anderem auch im Stadtteilarchiv und Kulturhaus Eppendorf berichtete sie in ihrer offenen Art über ihr Leben. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und Protagonistin des Schultheater-Projektes „Esther Leben“ sowie des preisgekrönten Dokumentarfilms „Einfach Esther“.

Sie war eine großartige Persönlichkeit, offen, zugewandt, warmherzig, engagiert und lebenslustig, die mit großem Engagement gegen Rassismus und für eine lebenswerte, menschliche Zukunft kämpfte.

Wir werden sie sehr vermissen

Die Mitarbeiter des Kulturhauses und des Stadtteilarchivs Eppendorf